• Internat Schloss Wittgenstein, Hauptgebäude

Es geht: Erste Hilfe für Lehrer

Einen ganzen Tag lang haben sich die Lehrer der Privaten Realschule in Bad Laasphe erklären lassen, wie man bei Unfällen und anderen Katastrophen helfen kann. Und sie haben es an sich selbst ausprobiert.

Stabile Seitenlage erfolgreich

Patientin Petra Stroh-Blaskovic lebt, Kollegin Elisa Hikade ist glücklich. Patrick Freiwald gratuliert.

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt – heisst es. Tatsächlich kann auch die Schule ein gefährliches Pflaster sein. Beim Umgang mit Werkzeugen im Technik-Unterricht, bei Versuchen zur Chemie, selbst mit Scheren, Klebstoffen oder scharfen Messern bei der Kunsterziehung ist die Welt sehr schnell auf einmal gar nicht mehr in Ordnung. Von leichtsinnigem Verhalten auf dem Schulhof, verstauchten Gelenken, Prellungen und anderen Blessuren beim Sport war da noch gar nicht die Rede. Und dem Vernehmen nach zählen Infarkte und Herz-Kreislaufdefekte bei Lehrern zu den Berufskrankheiten.

Aber was tun, wenn das Kind im Brunnen liegt, der Kollege auf dem Boden – oder eine Schülerin, ein Schüler sich verletzt hat?

Es gebe die Pflicht zur Ersten Hilfe, hat Patrick Freiwald vom DRK in Bad Laasphe rund 20 Lehrern der Privaten Realschule in Bad Laasphe erklärt. Allerdings habe Eigenschutz Vorrang. Selbst bei professionellen Einsatzkräften. Die solle man im Zweifel lieber öfter rufen als auf sie zu verzichten: die Gesundheit und ein Menschenleben zählten mehr als ein vielleicht nicht notwendiger Einsatz.

Vor allem aber: Niemand müsse Angst davor haben, bei der Ersten Hilfe etwas falsch zu machen. Zwar seien die Möglichkeiten bei der Unterstützung von Unfallopfern oder plötzlich Kranken für viele Helfer doch begrenzt. Aber mit einigem Grundwissen und der Fähigkeit zum „Anpacken“ ließe sich eine Menge erreichen. 

Und so haben die 20 Lehrer und Lehrerinnen der Realschule auf dem Bad Laaspher Schlossberg einen ganzen Tag lang geübt: 

Den Rettungsgriff beim Bergen von Opfern eines Autounfalls zum Beispiel oder die Stabile Seitenlage als Schutz vorm Ersticken. Die richtige Ansprache handlungsunfähiger Verletzter und die Organisation der Hilfe am Unfallort bis hin zur Funktion der „Rettungskette“. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung auch per Beatmung durch Mund oder Nase und den Umgang mit dem Defibrillator. Dazu gab es Informationen zu bestimmten Krankheitsbildern und Symptomen und: Auch die  Versuche, jemanden richtig zu verbinden. 

Vor allem die letzte Übung hat für einige Heiterkeit gesorgt. Im Notfall allerdings kann's helfen, wenn man etwas schon einmal getan hat. Denn die höchste Hürde für die Erste Hilfe im Notfall seien zu große Ahnungslosigkeit und zu wenig Selbstvertrauen.

Stabile Seitenlage

Bodenpersonal: Konrektorin Melanie Dietrich bringt Kollegin Petra Stroh-Blöaskovic in die Stabile Seitenlage. Patrick Freiwald/DRK ist kritisch.