Baggern für den Job am Bau

Die Wirtschaft brummt und braucht den Nachwuchs. Das Verhältnis zwischen Ausbildungsplatzangeboten und Lehrstellenbewerbern hat sich in den letzten Jahren sehr verändert – zugunsten der Bewerber. Aber: Der Baubereich zählt eher nicht zu den Traumkarrieren künftiger Schulabgänger in der Sekundarstufe 1.

Deshalb hat die Bauindustrie NRW den "Baubus" losgeschickt. 2 Tage lang hat er vor der Realschule Schloss Wittgenstein auf dem Schlossberg in Bad Laasphe gestanden.  Mit der Botschaft für die Jungen und gerne auch die Mädchen in den Klassen 8 und 9: „Bau Dein Ding!“ Das heißt: „Bewirb' Dich bei uns“!

Der Bus ist 28 m lang, gelb wie ein Backstein und mit dicken Profilreifen über den Kotflügeln. Wie ein Bagger! Und ums Baggern ging's auch innen am Modellbauplatz. Ums Fingerspitzengefühl, um Genaugkeit und den exakten Blick für die Steuerung eines elektrisch-hydraulischen Raupenbaggers mit Greifarm. Ziel: bei laufender Sanduhr in vorgegebener Zeit 5 Holzklotz-Baucontainer übereinander stapeln, ohne dass der Turm zusammenbricht.

Der Baubus ist ein Abenteuerparcours: Blind fühlen, was in verdeckten Fächern steckt. Verschiedenen Bauberufen bestimmte Werkzeuge zuordnen. Auf der wackeligen Hydraulik-Hubplatte beim Bauquizz Fragen richtig beantworten – oder „Absacken“. Rechnen, Messen, beim Versuch am Rohrlabyrinth Hebel stellen für den weißen Fließ-Rauch: Alles das, um den zukünftigen Schulabgängern in 2 Schulstunden klarzumachen: es gibt eine Menge Bauberufe – und sie sind interessant.

Auch für die Realschule Schloss Wittgenstein war der Baubus eine gute Sache: Spätestens in der Klasse 8 beginnt dort die gezielte Berufsvorbereitung. In den Klassen 9 und 10 folgen 2-wöchige Praktika, Informationsveranstaltungen, die Fahrt zu Berufsmessen, die Beratung durch die Agentur für Arbeit direkt im Haus und das Training für die „richtige“ Bewerbung – für deutlich mehr als nur einen Berufsbereich. Aber für den eben auch.