Krimizeit: „Bretter, die den Tod bedeuten?“

Was ist los mit Sherlock Holmes? In einem turbulenten Slapstick begeisterte der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 11 des GSW mit dieser rasanten Komödie.

Es war ein äußerst witziges und temporeiches Stück, das Schülerinnen und Schüler unter Leitung von Lehrerin Karin Leser in der Schlossaula auf die Bühne brachten: Das Kriminalstück von Jessica Casties mit dem Titel „Bretter, die den Tod bedeuten?“ beinhaltete jede Menge Geheimnisse, Situationskomik, pointierte Dialoge und vor allem Slapstick-Einlagen vom Feinsten. Auf der Bühne wurden dabei in einem „Stück im Stück“ gleich zwei Kriminalfälle parallel gelöst.

Aber von Anfang an: 
Schauplatz des Geschehens ist das Theater der Schwestern Kellerman (Lilli Meier, Lara Pobusrski), das vor einigen Problemen steht. Die Techniker (Lukas Kroh, Torben Zeuge, Justin Faust) machen mehr kaputt, als sie reparieren, die Darsteller streiten sich ununterbrochen, und der arrogante Hauptdarsteller, Alexander  Strong (Ephraim Espeter), kommt ständig zu spät. Die bevorstehende Aufführung eines Sherlock-Holmes-Stückes droht deshalb ein Reinfall zu werden. Zu allem Überfluss wird während der Proben plötzlich Blut in der Garderobe von Alexander Strong gefunden und dieser ist verschwunden. Die verzweifelte Regisseurin (Cirek Celik) und ihre Assistentin (Jelena Dreisbach) alarmieren die Polizei. Es folgt der Auftritt des abgedrehten und leicht verwirrten Inspektors (David Manderbach), seiner klugen Assistentin Katy (Carolin Wenz) und einer ziemlich verschlafenen Hilfspolizistin (Cagla Yorulmaz). Schnell wird klar, dass sich eigentlich nur die Assistentin der sorgfältigen Beweissammlung widmet. Sie sorgt dafür, dass zwei KTU-Mitarbeiterinnen (Linda Bade, Dilara Kedi) auftauchen und den Tatort, allerdings mit fragwürdigen Methoden, in Augenschein nehmen. Der Inspektor will davon jedoch nichts wissen. Er befragt die Theaterkollegen des Vermissten lieber direkt nach ihren Alibis und bringt den Tatort durch seine Tollpatschigkeit ziemlich durcheinander.

Mittlerweile gehen die Proben an dem Holmes-Stück weiter, ständig unterbrochen von Nervenzusammenbrüchen der Regisseurin, exaltierten Anweisungen der Dramaturgin (Helena Flesch) und Störungen eines  Fernsehteams (Lena Heinrich, Ann-Kristin Lorsbach, Lena Weder), das die große Story wittert. Schauspielerinnen (Maja Linde, Helena Giesler, Bianca Stremel), die allesamt in Alex Strong verliebt sind, beschuldigen sich zudem gegenseitig, den vermeintlichen Mord begangen zu haben, und die Darstellerin der Pfarrerin (Melina Kuhl) glaubt in beiden Mordfällen an ein wahres Teufelswerk. Während der Inspektor und seine Assistentin weiter versuchen, den Fall des verschwundenen Alexander Strong zu lösen, gehen die Proben für das Holmes-Stück mit einem neuen Hauptdarsteller weiter. Nachdem kurz die Souffleuse (Jana Schäfer)  in die Rolle des Holmes schlüpft, übernimmt der Darsteller des Arztes (Tayfun Yorulmaz) die Rolle und wirft sich das Holmes-Cape über.

Sherlock Holmes und Dr. Watson (Merlin Matthes) lösen tatsächlich die Mordfälle, die sich in der Familie Tregennis (Murathan Adigüzel, Bastian Christopher, Maja Linde) ereigneten. Nach intensiver Befragung des Hauspersonals(Maline Voß) und der Nachbarin (Jennifer Wagener) ergibt sich schließlich, dass der Afrikareisende Leon Sterndale (Niklas Bandille) als Täter ermittelt werden kann. Und auch der Inspektor glaubt, den Mörder von Alexander Strong fast gefunden zu haben. Für ihn kommen nur zwei Verdächtige als mögliche Täter in Frage. Die Theaterleiterin, da ihr Briefbeschwerer als Tatwaffe benutzt wurde, oder eine der in Alex Strong verliebten Darstellerinnen, die ihn möglicherweise aus Eifersucht ermordet hat. Letztlich ist es aber die kluge Assistentin Katy, die es schafft, den Fall zu lösen. Ihre Untersuchungen haben ergeben, dass das gefundene Blut nicht echt ist. In diesem Moment wird Alex Strong gefunden, der sich hinter der Bühne versteckt hielt. Er gesteht, seinen Tod nur vorgetäuscht und sich in die Theaterbesetzung geschleust zu haben, um die Aufführung zu sabotieren. Damit ist auch dieser Fall gelöst und Alexander Strong wird festgenommen.

Dem Literaturkurs gelang es, diese chaotische Story mit unglaublicher Spielfreude in der voll besetzten Aula einem begeisterten Publikum zu präsentieren. Von Anfang bis Ende stimmte das Timing, folgte ein Gag auf den anderen, jagte ein Lacher den nächsten. Die jungen Schauspieler agierten durchweg professionell und reagierten und kommunizierten mit Gestik und Mimik gekonnt auf die Reaktionen des Publikums und zeichneten sich vor allem durch großartiges Improvisationstalent aus.Ein Jahr hatten die Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Karin Leser geprobt. „Das Engagement der Schüler war groß. Jeder wollte eine Rolle haben. Indem wir das Stück um ein paar Szenen erweiterten, hat auch jeder eine bekommen.“, berichtet die Lehrerin.Abgerundet wurde die Aufführung zudem durch Einspielungen von selbstgedrehten Videoclips zum Making-Off des Theaterstücks und vermeintlichen Werbeclips, die für große Erheiterung sorgten.

Insgesamt war dies eine überaus gelungene Produktion des Literaturkurses, die vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt wurde und auch nach der Aufführung noch für lang anhaltende Belustigung sorgte.

Text: Karin Leser
Fotos: Hartmut Kramer