„Haltet den ... Hasen“ von Daniel Stenmans

Turbulenter Slapstick vom Feinsten!

Schülerinnen des Projektkurses Deutsch des Gymnasiums Schloss Wittgenstein glänzten in rasanter Komödie

Es war ein äußerst witziges und turbulentes Stück, das der Projektkurs des Gymnasiums Schloss Wittgenstein unter Leitung von Lehrerein Karin Leser in der Schloss-Aula am 8.3.2016 da auf die Bühne brachte: Die Farce mit dem Titel „Haltet den ... Hasen“ von Autor Daniel Stenmans – so die dramatische Form - beinhaltete jede Menge Geheimnisse, Verwechslungen, abstruse Situationskomik, pointierte Dialoge und vor allem Slapstick-Einlagen vom Feinsten. Und die Präsentation der Schülerinnen (auch die Männerrollen wurden von ihnen dargestellt!) machte dem alle Ehre.

Am Ort des Geschehens, einer Hotellobby, treffen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander: Da ist zum einen der depressive Gast Marcel Böhm (Amelie Publat), der ständig versucht, sich das Leben zu nehmen, was ihm aber nicht so recht gelingen möchte. Dazu verliebt er sich auch noch in die Abiturientin Bianka (Carolin Busch), die sich mit ihren zwei Freundinnen Lara (Dana Klein) und Jenny (Thanée Helfrich) im Urlaub befindet, der ausschließlich amouröse Abenteuer bringen soll.

Genau dieses versucht auch der frisch verheiratete Chris Bremer (Emel Cinar) mit seiner Angetrauten Maria (Laura Weber) zu erreichen, jedoch streitet sich das Pärchen unentwegt. Da gibt es weiterhin die zickige Hotelerbin Stefanie Groß (Franziska Geiss), die ihren Mann bei einem Autounfall ermodert haben soll und Portier Rainer mit „ai“ (Lena Kamm) sowie Empfangsdame Renate (Lara Volkmann), die sie überführen wollen. Des Weiteren checkt auch noch der Gangsterboss Gregorio Puzzo (Melanie Sperling) samt seinen herrlich coolen und zum Teil begriffstutzigen Bodyguards Kalle, Ralle, Pitt und Patt (Franziska Kolbe, Theresa Klaus, Nadja Trenker, Annika Müller) ein. Puzzo hat einen kleinen Stoffhasen dabei, der brisanten Inhalt in sich birgt und mit dem der Gangsterboss „den nächsten großen Coup“ plant. Die leicht verwirrte Kommissarin Regine Klaaßen (Sarah Emami) und ihre Assistentin (Michelle Dudlik) versuchen Puzzo zu überführen. Tja, und da trifft auch noch die scharfe Killerin Svenja Beckmann (Lara Flöter) ein, die darauf angesetzt wurde, den Gangsterboss zu eliminieren. Um das Chaos noch zu vergrößern, platzt auch noch die Hotelkritikerin Erika Grün (Milena Zampich) samt Assistentin (Patricia Klein) in das Geschehen.

Ein kleines Stofftier verbindet die einzelnen Episoden, bei der zeitweise sogar verschiedene Interessengruppen ihre Waffen aufeinander richten, zu einer aberwitzigen Chaos-Komödie, gespickt mit Slapstick, Situationskomik und Wortwitz.

en Gangstern kommt der Hase irgendwann abhanden und jeder der beteiligten Personen ergattert ihn einmal. Dabei wird der kleine Stoffhase auch schon mal zum Frettchen oder Kätzchen verklärt. Der Inhalt des Stofftieres bleibt allerdings auch am Ende ungeklärt, als ihn die beiden Zimmermädchen (Saskia Jäger und Marie Königs) in den Händen halten.

Dem Projektkurs gelang es, diese chaotische Story mit unglaublicher Spielfreude in der voll besetzten Aula einem begeisterten Publikum zu präsentieren. Von Anfang bis Ende stimmte das Timing, folgte ein Gag auf den anderen, jagte ein Lacher den nächsten. Die jungen Schauspielerinnen agierten durchweg professionell und reagierten und kommunizierten mit Gestik und Mimik gekonnt auf die Reaktionen des Publikums und zeichneten sich durch großartiges Improvisationstalent aus.

Auch diese Produktion wurde nur möglich durch die harmonische Zusammenarbeit der Bereiche Theater und Bühnentechnik. Janina Stöhr sorgte als Souffleuse für Sicherheit,

die Schüler Elian Lorenz, David Neuser, Patrick Wunderlich und Benedikt Wille kümmerten sich als Mitglieder der Technik-AG unter Leitung von Physiklehrer Klaus Hofmann um eine stimmungsvolle Beleuchtung der Bühne und - unterstützt von Musiklehrerin Susanne Krabbe - für eine einwandfreie Akustik.

Insgesamt war dies eine überaus gelungene Produktion, die beim Publikum sehr gut ankam und auch nach der Aufführung noch für lang anhaltende Belustigung sorgte.

Text: Karin Leser
Fotos: Hartmut Kramer