Schüler des Gymnasiums engagieren sich für Flüchtlinge in der Schlossberg-Klinik

„Toll, wenn man ein solches freiwilliges Engagement von Schülerinnen und Schülern begleiten kann“, freuen sich Kolleginnen und Kollegen des privaten Gymnasiums Schloss Wittgenstein angesichts der Ideen und Vorschläge, die von Seiten der Kurse und Klassen des Gymnasiums an sie heran getragen wurden. Die Schüler der sozialwissenschaftlichen Kurse der Jahrgangstufe 11 machen sich Gedanken, was den Alltag der Flüchtlinge bereichern könnte. Fußball spielen, Kinder betreuen, einfach nur reden, da sein, bei der Essensausgabe helfen und vieles mehr.

Auch einige Lehrerinnen und Lehrer engagieren sich in ihrer Freizeit bei der Kleiderausgabe, waren schon bei der Begrüßung dabei und bieten demnächst kleine Sprachkurse an. Hierfür hat der Schulleiter Herbert Marczoch Unterrichtsräume zur Verfügung gestellt, die nach Schulschluss genutzt werden können. Arabisch und kurdisch sprechende Schülerinnen und Schüler begleiten Flüchtlinge zum Arzt oder zu anderen Terminen, wenn dies notwendig wird. Hier hatte sich vor allem die Schülerin Martin Aldonani als unentbehrlich erwiesen.

„Wir sind alle betroffen. Im Unterricht erscheint das alles so weit weg, aber wenn man dann den Menschen gegenüber steht, die eine solch gefährliche Flucht auf sich genommen haben, um Krieg und Gewalt zu entgehen, sieht manches anders aus“, meint eine Schülerin nachdenklich. Eine Gruppe Schüler der Oberstufe hat für nächste Woche ein Projekt organisiert, um an einigen Nachmittagen in der Schlossberg-Klinik zu helfen und um dazu beizutragen, dass die menschliche Begegnung mit den Flüchtlingen gelingt. Alles Engagement ist freiwillig und wird möglichst außerhalb der Schulzeit geleistet. Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Lösungen, und das Gymnasium Schloss Wittgenstein macht gerne mit beim großartigen Einsatz der zahlreichen Organisatoren und freiwilligen Helfer. „Das sind Erfahrungen, die die Schüler nie vergessen werden“, meint eine Kollegin, „Schule des Lebens eben.“

Text: Anne Wickel-Viehl, Foto: Karin Leser