Internatsleiter erhält Zertifizierung als systemischer Coach für „Neue Autorität“

Herr Kaufmann hat die Basisqualifizierung als systemischer Coach für Neue Autorität an der Alice-Salomon Hochschule in Berlin erfolgreich abgeschlossen.

Bild von links nach rechts: Roland Büchner, TPK, Stefan Fischer

Geleitet wurde die Zertifizierung von Roland Büchner und Stefan Fischer vom Berliner Institut für Soziale Kompetenz und Gewaltprävention (http://www.soziales-training.de), welches Herr Büchner ins Leben gerufen hat. Beide Dozenten verfügen über jahrelange Ausbildung und Erfahrung im Bereich der sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an Schulen sowie in unterschiedlichen außerschulischen Kontexten und der Erwachsenenbildung.

Ihr Wissen und Können vermittelten sie zielgerichtet und sehr kompetent in Theorie und Praxis. Herr Kaufmann beschreibt den Weiterbildungskurs als sehr bereichernd, tiefgreifend und die erlernten Kompetenzen im pädagogischen Alltag als überaus wirksam. Daher wird er das Konzept der „Neuen Autorität“ in Internat und Schule als Basis der pädagogischen Arbeit einführen. Zu seiner neuen Zertifizierung gratulieren wir herzlich und wünschen viel Erfolg bei der Umsetzu

Was bedeutet „Neue Autorität“?

Früher war Autorität gleichbedeutend mit Kontrolle, Dominanz und dem Ziel der Autoritätsperson, das Kind zum Gehorsam zu erziehen oder aus einem Mitarbeiter ein kritikloses funktionierendes "Werkzeug" zu machen. Die Beziehung basierte in den allermeisten Fällen auf Distanz und war begleitet von Furcht und Angst vor Strafen oder Ausgrenzung.
In der Kindererziehung erleben Eltern, LehrerInnen und SozialpädagogInnen oft große Unsicherheit in der Ausübung ihrer Rolle und haben manchmal das Gefühl, keine brauchbaren Mittel bzw. Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit destruktiven Kindern und Jugendlichen zu haben.

Auch Führungskräfte in Einrichtungen und Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, Autorität aus ihrer persönlichen Integrität zu entwickeln, Konflikte gemeinschaftlich zu lösen und die vorhandenen Netzwerke konstruktiv in ihre Arbeit einzubinden. Genau hier setzt das Modell der „Neue Autorität“ von Prof. Haim Omer (Universität Tel Aviv) und seinem Team an. Durch persönliche Präsenz (Selbstverankerung) und die Wachsame Sorge (Ankerfunktion) der Erwachsenen wird ein Rahmen bereitgestellt, in dem erfolgreiche Entwicklungsprozesse und ein respektvolles, konstruktives Miteinander möglich werden - zur Erreichung der gewünschten Ziele. Als wichtigste Ressource wird die Fähigkeit zur konstruktiven Beziehungsgestaltung durch eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber jeder einzelnen Person in den Vordergrund gestellt.  Die Verantwortlichen widerstehen der Gefahr, sich in Machtkämpfe hineinziehen zu lassen und handeln so eskalationsvorbeugend. Problematischem Verhalten wird nicht mit Vergeltungsmaßahmen und Strafen sondern durch Protest und beharrlichen gewaltlosen Widerstand begegnet, um so Veränderungsprozesse und wirksame Lösungsschritte in Gang zu setzten.

Ebenso wird das verfügbare Netzwerk mit einbezogen und als Unterstützungsgruppe genützt. So entstehen Bündnisse für das Erreichen von gemeinsamen Zielen, was wiederum zur Verbesserung des Miteinanders führt, ob zu Hause in der Familie, in der Schule, Im Internat oder in anderen Kontexten wie Unternehmen, wo Erwachsene mit Führungsaufgaben und Verantwortung betraut sind. Das Konzept der „Neuen Autorität“ und persönlichen Präsenz nützt die sozialpolitischen Ideen und die Praxis des gewaltlosen Widerstandes Mahatma Gandhis und Martin Luther Kings. Sich nicht in Machtkämpfe hineinziehen zu lassen, das Prinzip der Zeitverzögerung zu nützen und beharrlich zu intervenieren, immer mit Bedacht auf eine gute Beziehung, einen respektvollen Umgang, sind dabei die wesentlichen Aspekte.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die „Neue Autorität“ zuallererst bei der Entwicklung und Wiederherstellung der persönlichen und professionellen Präsenz der handelnden Personen (Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen, Führungskräfte, etc.) ansetzt. Sie zu befähigen, in ihrem Lebens- & Arbeitsalltag respektvoll, achtsam, mit Begeisterung und gewaltfrei präsent zu sein und ihre Aufgaben verantwortungsvoll, in „Wachsamer Sorge“, wenn notwendig mit Interventionen des Gewaltlosen Widerstandes wahrzunehmen, sind die Hauptzielsetzungen dieses Ansatzes.
 
Quellen und weitere Informationen:
www.soziales-training.de
www.neueautoritaet.de
www.neueautoritaet.at