Exkursion in die Hauptstadt

Schüler des Gymnasiums Schloß Wittgenstein unterwegs in Berlin zum Thema „Juden in Deutschland“

Kurz vor den Sommerferien unternahmen 38 Schülerinnen und Schüler der Religionskurse der Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums Schloss Wittgenstein eine dreitägige Exkursion nach Berlin zum Thema „Juden in Deutschland“. Diese Exkursion fand bereits zum 4. Mal statt und wurde von den Religionslehrern Friedhelm Koch und Wolfgang Henkel organisiert.

Vor der Fahrt haben sich die Schloss-Schüler mithilfe von Referaten zum Thema Judentum intensiv auf die Exkursion vorbereitet. Das von den Religionslehrern organisierte Programm beinhaltete als Höhepunkt den Besuch eines Gottesdienstes in der jüdisch-orthodoxen Gemeinde von Berlin. Überraschend war für die jungen Besucher hierbei, dass die orthodoxen Gemeindemitglieder gar nicht so „streng“ sind, wie sie bislang angenommen hatten.

Mittlerweile hat sich zwischen der Gemeinde und den Schülergruppen des Gymnasiums Schloss Wittgenstein mit ihren beiden Religionslehrern ein herzliches Verhältnis entwickelt. Anlässlich des vierten Besuches einer Schülergruppe bekam der Rabbiner der Gemeinde, Herr Ehrenberg, von den Organisatoren Wolfgang Henkel und Friedhelm Koch ein Bild überreicht, das die vierzigköpfige Gruppe vom Vorjahr beim Besuch der Synagoge zeigt. Herr Rabbiner Ehrenberg hat aus diesem Anlass noch einmal betont, wie wichtig ihm diese Besuche für die Förderung eines vorurteilsfreien und friedlichen Miteinanders sind. Neben dem Gottesdienstbesuch stand auch ein Besuch der Holocaustgedenkstätte „Stelen“  am Brandenburger Tor und des Jüdischen Museums auf dem Programm.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Deutschen Bundestages mit einem Gesprächstermin bei Volkmar Klein, Bundestagsabgeordneter des Kreises Siegen-Wittgenstein. Herr Klein nahm sich in einem über einstündigen Gespräch Zeit für die Beantwortung der zahlreichen Fragen der Jugendlichen.

Als zusätzlichen Programmpunkt beinhaltete die Fahrt einen Besuch des ehemaligen Gestapo- bzw. Stasi-Untersuchungsgefängnisses „Lindenstraße“ in Potsdam. Dort sind in einem Hinterhof eines unscheinbar wirkenden Hauses noch sämtliche Gebäude mit Zellen und Verhörräumen erhalten. Der beklemmende Eindruck, den diese Gebäude auf die Schülerinnen und Schüler machten, wurde noch durch die Berichte von Zeitzeugen verstärkt, die dort von der Stasi inhaftiert wurden und die die Schülergruppen durch das Gebäude führen.        

(Text/Foto: Friedhelm Koch)